Kita und Schule aus einer Hand

Bildung ist ein mit der Geburt beginnender lebenslanger Prozess, der einem inneren Ablauf folgt. Ergebnisse der Neurobiologie und neueren Lernforschung beschreiben Lernen als Verknüpfung neuronaler Netze im Gehirn. Diese entstehen aufgrund innerer Entwicklungsimpulse und individueller Erfahrungen durch eigenes Handeln.

Bildung ist ein eigenaktiver Prozess und eng verknüpft mit der Persönlichkeitsentwicklung. Wir sind davon überzeugt, dass nur persönlich bedeutsames Lernen umfassende Bildung garantiert. Darum schaffen wir in unserer Schule die Grundlagen dafür, dass Kinder und Erwachsene ihr Handeln in größere Zusammenhänge stellen und sich darüber austauschen können.

Pädagogische Wurzeln

Unser Konzept bezieht sich auf unterschiedliche Traditionen der Reformpädagogik und deren aktuelle Weiterentwicklungen (u.a. Freinet-, Reggio-, Gestaltpädagogik, demokratische Schulbewegung).

Allen gemeinsam sind folgende Grundsätze:

  • Wir verstehen Kinder als eigenaktive Lerner und Weltentdecker, denen wir ein eigenes Bild von sich und der Welt zugestehen.
  • Bildung ist für uns ein Prozess, der Körper, Intellekt, Gefühl und alle Sinne einschließt und von uns durch geeignete Rahmenbedingungen unterstützt wird.
  • Wir ermöglichen Lernen in Zusammenhängen.
  • Wir schaffen Spielräume für eigenständiges und eigenverantwortliches Handeln.
  • Wir sichern Selbstbestimmungs- und Beteiligungsrechte von Kindern.
  • Wir entwickeln demokratische Strukturen im Alltag.
  • Vielfalt und Heterogenität sehen wir als Chance.
  • Wir nehmen eine wertschätzende Grundhaltung gegenüber Menschen, Tieren und unserer Umwelt ein.

Neue Professionalität

Wesentliches Element unseres pädagogischen Selbstverständnisses ist der Dialog. Im Zentrum stehen das "Verstehen-Wollen" von Prozessen und die Verständigung darüber.

Bildungsprozesse werden dann am Wirksamsten unterstützt, wenn sich die Pädagogen offen, achtsam und anerkennend verhalten. Die Weiterentwicklung entsprechender Kompetenzen werden wir deshalb besonders fördern.

Unter dem Dach der Flachsland Zukunftsschule arbeiten die Pädagogen aus dem Primar- und Elementarbereich Hand in Hand. Wir achten darauf, auch im Elementarbereich Hochschulabsolventen einzustellen und beziehen außerschulische Experten wie Künstler und Handwerker oder Unternehmen in die Bildungsprozesse der Kinder mit ein.

Bildung von Anfang an

Wir bieten Kindern die Chance, von der Krippe bis zum Ende der Schulzeit mit gleichen Bildungsstandards aufzuwachsen. Kita und Schule, Bildung, Betreuung und Erziehung, im herkömmlichen Schulsystem getrennt, haben wir miteinander verbunden und ermöglichen so den Kindern verlässliche Bildungsbiografien.

Umgesetzt wird dies durch eine Anpassung der pädagogischen Konzepte im Vor- und Grundschulbereich (Projektarbeit, Stationenlernen), die Schaffung inhaltlicher Bindeglieder, Lernwerkstätten mit Mathematik, Technik und Literacy sowie durch altersübergreifende Projekte besonders im Bereich ästhetischer Bildung.

Der Übergang der Kinder vom Kita- in den Schulbereich ist fließend. So können Kita-Kinder schon im Schulbereich schnuppern und bei Interesse bzw. Spezialbegabungen dort auch an bestimmten Projekten oder Lernangeboten teilnehmen.

Bildung für alle

Wir sind eine Schule für alle. Kinder mit unterschiedlicher sozialer Herkunft sind bei uns willkommen. Eine einkommensabhängige Gebührenstaffelung gibt es sowohl im Elementar- als auch im Primarbereich. Im Einzelfall ermöglichen wir Stipendien. 

Ganztägig lernen

Wir leben und lernen gemeinsam von 8 bis 15.30 Uhr. Darüber hinaus bieten wir nach Bedarf ein verlässliches Betreuungsangebot von 7 bis 18 Uhr.

Bilingualität und Mehrsprachigkeit

Sprachen sind das Tor zur Welt und zu anderen Kulturen. Sprachen bereichern das Leben. Im europäischen Kontext wird die Beherrschung von mindestens drei Sprachen empfohlen. Dieser Forderung schließen sich auch die Kultusminister der Länder an. Glücklicherweise haben Kinder die Fähigkeit, mehrere Sprachen parallel zu erlernen – sofern sie diese im wahrsten Sinne des Wortes „erleben“ können. Das Konzept der Immersion zum (Fremd-) Spracherwerb basiert auf dem intensiven und natürlichen Einsatz der neuen Sprache als Arbeitssprache im Alltag. Entscheidende Prinzipien sind: so früh wie möglich, so intensiv wie möglich, so natürlich wie möglich, so motivierend wie möglich.

Aus all diesen Erwägungen verbringen die Kinder 50 Prozent des Tages im Kontakt mit der englischen Sprache. Bilingualität ist fester Bestandteil unseres Alltags, aller Fachrichtungen, Themen und Projekte. Für uns hat Bilingualität allerdings noch aus einem anderen Grund eine wichtige Bedeutung: Mit der Einführung der zweiten Unterrichtssprache Englisch kann ein höheres Maß an Chancengerechtigkeit geschaffen werden. Kinder anderer Herkunftssprachen haben damit vergleichbare Ausgangsbedingungen wie deutschsprachige Kinder.

Ästhetische Bildung

So wie Bilingualität alle Bereiche durchzieht, gilt dies auch für ästhetische Bildung. Kreativität ist Lebens- und Entwicklungsgrundlage des Menschen und elementarer Bestandteil von Bildung. Es bleibt nur im Sinn, was in den Sinnen war. Bildende Kunst, Musik, Tanz, Theater und Literatur werden in allen Projekten und Lernformen und im alltäglichen Leben eine wesentliche Rolle spielen. Dabei werden wir mit Künstlern und Handwerkern zusammen arbeiten, und die Kinder erhalten die Möglichkeit, ihre Interessen zu entdecken und besondere Begabungen zu entfalten. Der Prozess ist uns dabei wichtiger als das Ergebnis.

Partizipation

Kinder wollen „etwas Richtiges“ tun, ernst genommen werden, Verantwortung übernehmen und ihr Lebensumfeld mit gestalten. Partizipation ist deshalb der wesentliche Grundbaustein zur Ausgestaltung der Bildungsprozesse in der Flachsland Zukunftsschule. Damit forschendes Lernen und die Entwicklung von aktivem Wissen gelingen, müssen Kinder sich und ihre Fragestellungen in das Unterrichtsgeschehen mit einbringen und selbstständig nach Antworten suchen können. Wichtig ist, dass die Beteiligung strukturell fest verankert ist und die Umsetzung von Beschlüssen verbindlich festgehalten wird. Partizipation ist bei uns eine Querschnittsaufgabe. Die Kultur der Beteiligung fördert auch die Vermittlung von lernmethodischen Kompetenzen, Empathiefähigkeit, Selbstbewusstsein, Kommunikationsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit. 

Lernen in Erfahrungsräumen und Werkstätten

Das Lernen in Werkstätten ist bei uns durchgängiges Unterrichtsprinzip. Wir bieten den Kindern das Lernen mit Kopf, Herz und Hand in Erfahrungsräumen wie der Holzwerkstatt, dem Künstleratelier, Mathematik- und Forscherlabor, Musik-, Bewegungs- und Wasserspielraum. 

Individuelle Lernprozesse

Jedes Kind lernt anders. Durch die Individualisierung und Differenzierung im Lernprozess berücksichtigen wir die heterogenen Lernvoraussetzungen und können so jedes Kind mit seinen Begabungen und in seinem Tempo fördern. Individuelle Lernprozesse werden durch kleine Teams und Lerngruppen sowie durch die intensive Begleitung durch die Bezugs- und Fachpädagogen gewährleistet. Die Arbeit mit Portfolio und die grundsätzliche Differenzierung des Unterrichts berücksichtigen die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, Entwicklungsstände und Bildungsinteressen der Kinder.

Ein Lernteam besteht aus 20 Kindern aller Jahrgangsstufen. Es hat einen Pädagogen als Teamleiter und ist eine verbindliche Bezugsgruppe neben den wechselnden Lerngruppen.


Leistungsbewertung

Gemeinsam mit den Kindern werden die Kriterien für die Leistungsbewertung erarbeitet. Sie erstrecken sich auf die drei Ebenen Lernprozess, Ergebnis und Präsentation. Die Kinder lernen in Werkstätten und an Stationen selbstständig, legen aber in Absprache mit den Pädagogen anhand von Tages- und Wochenplänen Lernziele und -schritte fest. Die Fortschritte werden entwicklungsbegleitend in Portfolios dokumentiert. Am Ende des Jahres gibt es ein Berichtszeugnis. Wir orientieren uns am Bildungsplan für die Hamburger Grundschule (später für die weiterführende Schule) und nehmen an den Hamburger Vergleichsarbeiten teil.


Ökologisches Handeln

Ökologisches Handeln gehört zu unseren Grundsätzen, denn die Zukunft der Kinder und unseres Lebensraumes liegt uns am Herzen. Wir wollen Vorbild sein und jeden Tag wieder zeigen, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen sinnvoll ist. Das bedeutet für uns aber nicht Verzicht, sondern mehr Lebensqualität. Gemeinsam mit den Kindern entwickeln wir Projekte, durch die sie eine wertschätzende Haltung gegenüber der Natur entwickeln können. „Bildung für zukunftsfähige Entwicklung“ ist bei uns im Alltag überall spürbar: im naturnah gestalteten Außenflächen und bei der Nutzung regenerativer Energie in den Gebäuden. Um Theorie und Praxis verbinden zu können, planen wir außerdem langfristig einen ökologisch bewirtschafteten Bauernhof als Lernort (hier mehr Infos). Hier gehen Verstehen und Handeln Hand in Hand. Der Flachslandhof soll in erster Linie für den eigenen Bedarf unserer Häuser produzieren und Alternativen zum globalen Konsum aufzeigen.

Durch eigene Fachkräfte, Fortbildung, Vernetzung und Kooperation mit Umweltverbänden sorgen wir darüber hinaus für konzeptionelle und praktische Weiterentwicklung. 


Essen

Essen bedeutet Genuss und Geselligkeit und hat auch einen gesundheitlichen Aspekt, denn frühe Ernährungsgewohnheiten prägen das Essverhalten. Wir legen Wert auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung und gehen auf die persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse der Kinder ein. Unsere Lebensmittel und Zutaten stammen zu 100 Prozent aus kontrolliert biologischem Anbau und werden im Alsterpalais in der hauseigenen Schulküche gekocht und im Kinderrestaurant serviert. 

Eltern als Mitgestaltende

Wir verstehen Eltern als Partner. Da eine Partnerschaft auf Gegenseitigkeit beruht, bieten wir ihnen viele Möglichkeiten, die Schule mitzugestalten. Dabei setzen wir voraus, dass Eltern unsere Pädagogik unterstützen.

Ausführliche Fassung der Konzeption zum Ausdrucken